Die Zahnzwischenräume zu reinigen ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit der Zähne. Schließlich machen sie etwa 40 Prozent der gesamten Zahnoberfläche aus und sind auch für  die beste Zahnbürste unerreichbar. Mit zunehmendem Lebensalter verschärft sich die Situation durch den unaufhaltsamen Knochenabbauprozess. Dieser ist individuell völlig unterschiedlich. Als Praktiker sehe ich, losgelöst von aller wissenschaftlicher Erklärung, eine ausgeprägte genotypische und eine völlig normale, sozusagen altersgemäße Entwicklung. Wenn ich einen noch nicht 30-jährigen Patienten mit ausgeprägten Knochenabbauprozessen behandle, höre ich anamnestisch immer, dass die Eltern, nicht selten auch die Großeltern, auch schon "früh" mit Zahnfleischentzündungen, selbst Zahnausfall etc. konfrontiert gewesen wären - für mich ein Hinweis auf die vererbte Manifestation. Einer 50-jährigen Patientin, die mir erklärt, dass sie "in letzter Zeit" mit blutendem Zahnfleisch und sich ablagernden Speiseresten Probleme hätte, Röntgenbefund ebenfalls horizontaler und vertikaler Knochenabbau, versuche ich, ganz vorsichtig, begreiflich zu machen, dass es sich einerseits um ein altersnormales Phänomen handelt, Stichwort: mit 20 hat man die Problematik nicht -  und da bislang z.B. jegliche Vorbehandlung unterlassen wurde man nun andererseits dem Alter mit einer deutlichen Behandlung Tribut zollen müsse. Diese Wahrheit lässt sich nicht immer einfach an den Mann/Frau bringen..

Es geht nicht um die Entfernung von Essensresten, sondern vor allem darum, die Plaque, den Zahnbelag, zu beseitigen. Dieser klebrige, kaum sichtbare Bakterienfilm, der sich ständig auf den Zähnen bildet, muss weg. Er ist die Ursache von Karies und aller Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen. Und er beschleunigt und verstärkt alle genetisch determinierten und/oder alle altersgemäßen Entwicklungen. Wer nichts unternimmt wird von der Realität eben früher eingeholt. Noch nicht vierzig Jahre alt und zahnlos - dass gibt es selbst heutzutage, und der Betroffene hat es auch selbst verursacht. Das muss so deutlich gesagt werden. Zugegeben, die Interdentalräume, die Zahnzwischenräume, zu reinigen, ist mühsamer als Zähneputzen. Aber es lohnt sich, weil notwendig und deutlich erfolgreich. 

Welche Hilfsmittel man benutzt ist sekundär, allein das Ergebnis zählt: Die Plaque muss weg, egal wie, ob mit Zahnseide, -holz oder Interdentalbürstchen. Deren Anwendungen hängen natürlich  vom Ausgangsbefund ab. .Zahnseide ist grundsätzlich das Mittel der Wahl, bei parodontal  vorgeschädigten Gebissen sind Interdentalbürstchen zwingend. 
Zahnseide gibt es gewachst und ungewachst. Einsteiger in die Interdentalreinigung empfinden die gewachste Seide oftmals als angenehmer. In der Effektivität gibt es keinen Unterschied zur ungewachsten Zahnseide. Zahnseide mit flauschigem Mittelteil und verstärkten Enden (zum Beispiel Oral B Superfloss) empfiehlt sich besonders für die Reinigung unter Brücken und Zahnspangen. Bei sich erweiternden Zahnzwischenräumen können Interdentalbürstchen gute Dienste leisten. Medizinische Zahnhölzer haben einen dreieckigen Querschnitt und sind aus weichem Holz gefertigt. Sie sind nicht zu verwechseln mit Wirtshaus-Zahnstochern,  von denen man die Finger lassen sollte. Mundduschen werden wissenschaftlich nur mehr bedingt empfohlen. Gegen fest sitzende Plaque sind sie machtlos. Endokarditis-Erreger sollen zudem aus der Mundhöhle in die Blutbahn gedrückt werden. Ich sehe aber weiterhin die verletzungsfreie Massagewirkung auf des Zahnfleisch als sehr positiv an und lehne die Munddusche keineswegs ab.



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Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist jedenfalls  entscheidend, denn dort können im Verborgenen Karies und später Parodontitis entstehen. Am effizientesten lässt sich die Plaque mit Interdentalbürsten der neuen Generation beseitigen – einfach und schonend. Bei täglicher Anwendung lassen Zahnfleischbluten und Mundgeruch schon nach wenigen Tagen deutlich nach. Fahren Sie täglich mit der Interdentalbürste in jeden Zahnzwischenraum: einmal hinein, einmal hinaus – das genügt. Bürsten Sie nicht hin und her, das ist überflüssig. Wenn Sie die Interdentalbürste zum ersten Mal in den Zahnzwischenraum einführen, wird es häufig bluten, manchmal sogar etwas weh tun. Erschrecken Sie nicht. Es blutet nicht, weil Sie sich gerade verletzt haben, sondern weil Sie dort eine kleine offene Wunde haben, verursacht durch Plaque. Das Zahnfleisch blutet nur, wenn es durch zu viel Plaque gereizt wird. Wer die Interdentalbürste richtig anwendet, ist in der Regel schon nach zehn Tagen geheilt. Das am Anfang auftretende Zahnfleischbluten verschwindet. 

Die Zahnseide ist das wichtigste Instrument nach der Zahnbürste, um Karies wirksam vorzubeugen. Sie reinigt die Interdentalräume. Dort versagt die Zahnbürste, da ihre Borsten für diese Region zu dick sind. Darum: Täglich abends vor dem Zähneputzen mit Zahnseide die Zahnzwischenräume reinigen. 


Wickeln Sie die Zahnseide um beide Mittelfinger.
Um den Oberkiefer zu reinigen, machen Sie eine Faust und benutzen beide Daumen um Druck von unten auf die Seide auszuüben. 


Für den Unterkiefer wickeln Sie die Zahnseide wieder um beide Mittelfinger, machen wieder eine Faust, benutzen jetzt aber beide Zeigefinger, um Druck von oben auszuüben.