Zahnfüllungen
Die gesündeste Zahnfüllung ist: Gar keine! Wer Wert auf "Bioverträglichkeit" legt, sollte deshalb darauf achten, dass die Zähne sauber und gesund bleiben. Jede notwendig werdende Füllung besteht aus körperfremdem Stoff und ist deshalb immer nur zweite Wahl im Vergleich zum Originalzahn. Trotzdem besteht kein Anlass zur Sorge: Die heute verwendeten Zahnfüllungs-Werkstoffe sind alle auf gute Verträglichkeit getestet und in unterschiedlichsten Einsatzgebieten erfolgreich. Der Begriff "Amalgam" taucht dabei immer wieder in den Medien auf. 
Amalgamfüllung mit Sekundärkaries
Zahn mit alter
Amalgamfüllung
Amalgam ersetzt
durch Kunststoff

Amalgam - billig, aber umstritten

Seit mehr als 150 Jahren werden mit der Mischung aus Silber, Zinn, Kupfer, Quecksilber und Zink Karieslöcher gestopft. Fast genauso lange diskutiert man über die Gefahren, die der relativ hohe Quecksilbergehalt (fast 50 Prozent) möglicherweise mit sich bringt. In der Tat ist die Entscheidung für Amalgam auch eine Risikoabschätzung. Denn das giftige Quecksilber ist in den Füllungen zwar gebunden, aber nicht stabil. Amalgam trage darum "messbar zur Quecksilberbelastung im Menschen bei", bestätigt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kiefernheilkunde liegt die Belastung allerdings in einer unbedenklichen Größenordnung. Amalgamfüllungen halten nicht selten zehn bis 20 Jahre. Die Amalgamfüllung ist nicht nur sehr haltbar, sondern auch sehr preiswert. Der Patient muss nichts zuzahlen, und für seine Krankenkasse entstehen relativ geringe Kosten von 25 bis 40 Euro, je nach Größe der Füllung. Kein Wunder also, wenn die Krankenkassen die Amalgamfüllung als Norm betrachten und bei anderen Zahnfüllungen nicht mehr als die Kosten für eine vergleichbare Amalgamfüllung dazu bezahlen. Dennoch wird der Füllstoff in der Regel nicht mehr verwendet. Der Patient möchte eine "weiße" Füllung.

Viele Patienten wünschen eine „kostenlose“ Amalgamalternative ohne Zuzahlung. Um Ihnen eine Alternative anbieten zu können, kommen in unserer Praxis u.a. Kompomere zur Anwendung, eine Mischung aus Kompositen und Glasionomerzementen.  Der Anteil an glaskeramischen Füllpartikeln ist hier niedriger als bei hochwertigen keramikverstärkten Kunststofffüllungen. Häufig werden sie bei Milchzahnfüllungen verwendet. In Bezug auf die Langlebigkeit, Ästhetik und bei größeren Zahnsubstanzdefekten stellen sie aber eine eindeutige Kompromissbehandlung dar, wenn andere Materialien aus Kostengründen nicht in Frage kommen.
Vorteile:  Quecksilberfreie Füllung, die von der gesetzlichen Krankenkasse zu 100% übernommen wird, einfach und schnell zu verarbeiten
Nachteile: schlechte Haltbarkeit, bei großen Defekten Gefahr der Zahnfraktur 
   

Komposite - aufwendig und bedingt stabil

Komposite werden meist als "Kunststofffüllungen" bezeichnet, bestehen aber nur zum geringeren Teil daraus: Über 80 Prozent sind Glas- und Quarzteilchen. Durch ihre Zusammensetzung und die Möglichkeit, sie farblich den Zähnen anzupassen, gehören sie inzwischen zum Standard im sichtbaren Kieferbereich.

Anders als Amalgam lassen sie sich nicht einfach in das aufgebohrte Loch füllen, sondern müssen mit dem Zahn verklebt werden. Damit der Kleber (Bonding) sicher hält, muss der Zahn absolut trocken sein.  Voraussetzung für die Haltbarkeit ist nicht nur die aufwendige Verklebung mit der Zahnsubstanz, sondern auch das Füllen in einzelnen Schichten. Der Aufwand und die teuren Chemikalien machen Komposite- Füllungen  kostspielig. Bei Seitenzähnen zahlt der Patient die Differenz zu den Kosten einer entsprechenden Amalgamfüllung. Komposite sind weniger stabil als Amalgam und darum nur bis zu einem  gewissen Füllungsgrad geeignet. Trotz aller Verbesserungen in den letzten Jahren ist ihre Haltbarkeit mit Amalgam nicht zu vergleichen. Es entstehen  Kosten für den Patienten, die je nach Größe und Aufwand recht unterschiedlich sein können.


Gold - teuer und langlebig

Gold kann der Zaharzt nicht direkt einsetzen. Es muss von einem Zahntechniker anhand von Kieferabformungen individuell angefertigt werden.  Es handelt sich nicht um eine Füllung, sondern um ein  so genanntes Inlay. Das fertige Gold-Inlay wird vom Zahnarzt genau angepasst und zur besseren Haltbarkeit zementiert oder mit einem speziellen Klebstoff befestigt. Gold allein wäre übrigens viel zu weich, doch als Legierung mit härteren Metallen bekommt es eine Stabilität, die dafür sorgt, dass die Füllungen selbst in den Backenzähnen zum Teil 15 Jahre und länger halten können. Die Kasse beteiligt sich an den Kosten nur minimal.

Keramik - unauffällig, aber kostspielig

©zm/Fehlhauer
Keramik gehört wie Gold zu den Inlays. Dafür wird Keramikpulver, dem man exakt die richtige Farbe geben kann, angemischt und meist in eine Gussform gepresst. Wenn der Zahnarzt das fertige Kunstwerk einsetzt, ist der Aufwand, es zu verkleben, so groß wie bei den Kompositen - allerdings mit besserem Ergebnis: Durch die Verklebung entsteht fast eine Einheit aus Füllung und Zahn. Auch größere Defekte lassen sich mit Keramikinlays nahezu unsichtbar flicken, und die Zahnsubstanz kann oft geschont werden, weil meist keine zusätzlichen Verankerungen nötig sind. Sie sind allerdings recht teuer und gehören ebenfalls primär nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Kassen. 


Summa summarum

Es gibt keine Zahnfüllung, die alle positiven Komponenten miteinander verbindet. Aus diesem Grund muss jeder Patient für sich selber entscheiden, welcher Punkt für ihn der ausschlaggebende ist. Ein Patient, der äußerst widerwillig zum Zahnarzt geht, wird sich höchstwahrscheinlich für eine andere Zahnfüllung entscheiden als ein Patient, dem die Unauffälligkeit der Füllung wichtiger ist. Lediglich einem Patienten, der aus finanziellen Gründen nicht in der Lage ist, eine teure Zahnfüllung zu bezahlen, wird die Entscheidung abgenommen.

In unserer Praxis wird generell wie folgt behandelt:

Alte Amalgamfüllungen werden erst bei Auftreten von Sekundärkaries entfernt.
Bei kariogenen Defekten / Sekundärkaries werden neue Amalgamfüllungen nur auf Wunsch des Patienten gelegt.
Die Komposite-Füllung in Mehrschichttechnik ist zwischenzeitlich die Standardversorgung in der Zahnheilkunde.  
Hochwertige Füllungen erfordern kostenpflichtige Zuschläge. 
Die Optimalversorgung besteht in der Versorgung mit Inlays eventuell  bei entsprechendem Füllungsgrad mit Kronen.